Skulpturenpark Waldfrieden zeigt den Irischen Bildhauer Sean Scully

Von Peter Köster

Wuppertal. Schwerstes Einsatzgerät bis hin zu großen Kränen ist vonnöten, um die tonnenschweren Skulpturen von Sean Scully zum einen in den Ausstellungspavillons und zum anderen im 14 ha großen Gelände des Skulpturenparks Waldfrieden aufzustellen. Der weltberühmte irische Künstler, der sich, bevor er sich verstärkt der Bildhauerei verschrieb, als abstrakter Maler einen Namen machte, bespielt bis zum 3. Januar die Open-Air-Anlage in Wuppertal.

Monumentale Skulpturen

Sean Scully ist für seine un­ver­wechsel­baren, abstrakten Gemälde mit horizontalen und vertikalen Streifen welt­bekannt. Dieses malerische Motiv setzt er in monu­mentalen Skulpturen auch konsequent räumlich um. „Scullys Skulpturen sind gemalte Bilder“, so Tony Cragg über den Künstlerkollegen während der Pressekonferenz, zu der Sean Scully aus New York per Videoübertragung zugeschaltet war. Im Skulpturen­­­park Waldfrieden präsentiert Scully neben seiner aktuellen Malerei verschiedene „Stacks“ aus alten Eisen­bahn­schwellen, Corten- oder Edel­stahl, Murano­glas sowie Bronze im Innen- und Außen­bereich. Einige der Werke wurden in Aus­­einandersetzung mit dem Ort eigens für den Skulpturen­park konzipiert. So wird im Ausstellungszeitraum eine massive Arbeit aus lokalem Kalkstein in situ entstehen. Scully ermöglicht somit einen Einblick in sein gegenwärtiges Schaffen. Wie beschreibt er selbst sein Werk? „Ich möchte den Weg vom Spirituellen zum Physischen und vom Physischen zum Spirituellen zugänglich machen.“

Projekt wird stufenweise weiterentwickelt

Diese Ausstellung, und das freut nicht zuletzt den Hausherrn Tony Cragg, dürfte ein besonderes Highlight im Ausstellungsjahr darstellen, ist doch Sean Scully für ihn „einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart“. Gemeinsam mit Scully kuratiert Cragg diese Monumentalschau. Die großzügige Präsentation spiegelt die langjährige Achtung und Freundschaft zwischen Sean Scully und Tony Cragg wider. Die Werkschau, die einige speziell für diesen Ort geschaffene Arbeiten umfassen wird, findet im Außenraum sowie in allen drei Ausstellungsgebäuden des Skulpturenparks statt. Als Konsequenz aus den gegenwärtigen Einschränkungen der Corona-Pandemie, haben sich Sean Scully und Tony Cragg auf eine Anpassung des Ausstellungskonzepts verständigt. Das Projekt soll stufenweise weiterentwickelt werden. Einige Skulpturen, deren Fertigstellung sich aufgrund des Corona-Shutdowns verzögert hat, werden der Ausstellung in einem fortlaufenden Prozess zwischen Juni und September hinzugefügt werden. Auf diese Weise hat das Publikum Gelegenheit, die Evolution dieses einzigartigen Ausstellungsprojektes zu verfolgen, die im Frühherbst zum Abschluss kommen wird.

Sean Scully wurde 1945 in Dublin geboren. Er studierte von 1965-73 am Croydon College of Art in London, an der Newcastle University und an der Harvard University in Cambridge, MA. Er erhielt 1973 ein Graduiertenstipendium der Harvard University, 1975 übersiedelte er in die USA und wurde 1983 amerikanischer Staatsbürger und bekam das Guggenheim-Stipendium sowie mehrere Ehrengrade, darunter Ehrendoktorate für bildende Kunst des Massachusetts College of Art (Boston) und der National University of Ireland (Dublin). Er wurde zwei Mal, 1989 und 1993, für den Turner-Preis nominiert, der von der Londoner Tate Gallery verliehen wird.

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Bild 1: Untitled (Stack) 2020, Murano Glass. Foto: Peter Köster
Bild 2: Scullys Eisenbahnschwellen im Park. Foto: Peter Köster
Bild 3: Per Videoübertragung war Sean Scully aus New York zugeschaltet. Links Tony Cragg. Foto: Peter Köster
Bild 4: Bronze-Werk „Coin Stack“. Foto: Peter Köster

 

 

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