Schenkung „Petite Forêt“ für das Max Ernst Museum Brühl

Brühl. „Petite Forêt / Little Fores“, lautet der Titel des nur 18,4 mal 10,2 cm großen Gemäldes von Max Ernst, das nun als Schenkung durch die Max Ernst Gesellschaft in das Konvolut des Max Ernst Museums wandert. Freude beim „Hausherrn“. „Das Bild ist eine wunderbare Ergänzung unserer Sammlung“, so Achim Sommer, Direktor des Max Ernst Museum. Nicht weniger begeistert zeigt sich Jürgen Wilhelm, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Max Ernst. „Das Bild ist ein ganz besonderes Schätzchen. Es ist eine Arbeit auf Weltniveau.“

Aus dem Nachlass von Dorothea Tanning

Das Gemälde stammt aus dem Nachlass von Dorothea Tanning, der amerikanischen Künstlerin und vierten Ehefrau von Max Ernst. Der weltberühmte Künstler schuf die Arbeit 1930. Bereits weitere Werke hatte das Brühler Haus in diesem Jahr ebenfalls aus dem Tanning-Nachlass getätigt. „Das kleinformatige Gemälde „Petite Forêt / Little Forest“, Öl auf Karton, demonstriert Max Ernsts visionären Einfallsreichtum verbunden mit einer für den Künstler typischen augenzwinkernden Ironie. Auf einem rechteckig ausgeschnittenen Stück Wellpappe bemalt Ernst die Seiten der schmalen, vertikalen Stege mit grüner und mit roter Ölfarbe. Schaut man von der linken Seite, sieht man fast nur das Grün und wechselt man die Blickrichtung, verändert sich auch der Farbeindruck zum komplementären Rot. Dieses Changieren in der Erscheinungsform, das eine Illusion bewegter Farbräume en miniature erzeugt, nimmt Prinzipien der Optical Art der 1950er/1960er Jahre vorweg. Auch wenn die Wellenformen ungegenständlich erscheinen, markiert die Kreisform des Mondes das Thema des Bildes, eines dicht an dicht von Bäumen beherrschten Waldes“, so Achim Sommer in seiner kunsthistorischen Einordnung des Werks.

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens hatte die Max Ernst Gesellschaft bereits 2010 der Stiftung Max Ernst mit dem Gemälde Nocturne IV (Nachtstück) ein großzügiges Geschenk gemacht, zuvor 2006 mit der Schenkung einer „microbe de poche“, einer kleinformatigen Taschenlandschaft. Demnächst soll nun auch „Petite Forêt / Little Fores“ wie andere Sammlungsstücke von Max Ernst der Öffentlichkeit im Museum zugänglich gemacht werden. pk

 

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Freude über die Bildschenkung bei: (vl). Jürgen Wilhem, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Max Ernst, Achim Sommer, Direktor Max Ernst Museum und Dieter H.A. Gerhards, Vorsitzender des Vorstandes der Max Ernst Gesellschaft. Foto: © VG Bild Kunst, Bonn 2018 , LVR ZMB / Alexandra Kaschirina