Neues Sauerlandmuseum Arnsberg startet mit August Macke

Arnsberg. Das Sauerland-Museum in Arnsberg (Hochsauerlandkreis) wird dank des nun fertiggestellten Neubaus noch stärker mit Wechselausstellungen an die Öffentlichkeit treten können. Den Auftakt macht August Macke, der nur unweit von Arnsberg in Meschede geboren wurde. Bis zum 8. Dezember zeigt das Haus in einer Sonderausstellung den Künstler unter dem Titel: „August Macke – ganz nah“. Darin wird das Leben des bekanntesten deutschen Malers des Expressionismus aus nächster Nähe beleuchtet.

Obwohl Macke gebürtiger Sauerländer war, und die Familie seiner Mutter einen Bauernhof im Umkreis von Meschede bewirtschaftete, lebte der Künstler nicht lange an seinem Geburtsort. Als Kleinkind zog er mit seiner Familie nach Köln, später nach Bonn. Betrachtet man die gesamte Lebensspanne August Mackes, die lediglich zehn intensive künstlerische Schaffensjahre umfasst, bevor er im Alter von 27 Jahren im Ersten Weltkrieg sein Leben ließ, so fallen die zahlreichen Ortwechsel und Reisen auf. Meschede, Köln, Bonn, Kandern, Düsseldorf, Berlin, Paris, Tegernsee, Italien, Thuner See und Tunesien sind nur einige Stationen im Leben des Künstlers.

Historie des Museums

Das Sauerland-Museum wurde 1925 durch den Sauerländer Heimatbund als „Sauerländer Heimatmuseum“ für das kurkölnische Sauerland gegründet. Zunächst war es in nur zwei Räumen des Alten Rathauses in Arnsberg untergebracht. Ende 1937 siedelte das Museum in ein denkmalgeschütztes Gebäude, dem „Landsberger Hof“ um. Das Museums-Ensemble besteht aus dem historischen Hauptgebäude mit Wehrturm und einem später errichteten Seitenflügel sowie dem Verwaltungsgebäude „Blaues Haus“. Im Herbst letzten Jahres wurde das historische Gebäude nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten wiedereröffnet. Ein Jahr später nun konnte der „Landsberger Hof“ um einen modernen Neubau für Sonderausstellungen erweitert werden.

Das „Blaue Haus“

Das „Blaue Haus“ ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus am Alten Markt in Arnsberg und gehört heute zum Ensemble des Sauerland-Museums. Erbaut wurde das Fachwerkhaus nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1709. Das Fachwerkhaus wechselte mehrmals seinen Eigentümer und diente verschiedenen Zwecken. Im Jahr 2002 erwarb der Hochsauerlandkreis das inzwischen etwas marode Denkmal. 2010 wurde beschlossen, das Haus zu sanieren und dort die Verwaltung des Sauerland-Museums und das Medienzentrum unterzubringen. Zu diesem Zweck wurde der Bau in der Zeit von 2011 bis 2013 mit Unterstützung des Landes NRW durchgeführt. Die historischen Spuren sind noch heute in dem über 300 Jahre alten Gebäude sichtbar. Die bläulich-graue Fassade blieb erhalten. Angebaut wurde ein moderner Giebelsaal. Der „Blaue Saal“ ist ein Veranstaltungsraum, der vom Museum genutzt, aber auch vermietet wird.

Zurück zur aktuellen Ausstellung: „August Macke – ganz nah“ zeigt viele Werke aus anderen Museen oder aus Privatbesitz, die sonst nie oder nur sehr selten öffentlich zugänglich sind. So werden neben Gemälden und Zeichnungen auch Entwürfe für Bühnenbilder oder aus dem Kunsthandwerk präsentiert. In der Ausstellung wird August Macke in seine Zeit eingeordnet. Zeitgeschichtliche und kulturhistorische Hintergründe werden erläutert, so das der Besucher einen neuen Blick auf bekannte und weniger bekannte Werke werfen kann. pk

 

BUS:

Bild 1: August Macke (1887-1914), Sonniger Weg, 1913 Öl/Pappe. LWL-Museum für Kunst und Kultur (Westfälisches Landesmuseum), Münster.
Foto: Sabine Ahlbrand-Dornseif

Bild 2: August Macke Gartenbild, 1911 Ölfarbe auf Leinwand. Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe Stiftung Kunst im Landesbesitz, Nordrhein-Westfalen.
Foto: David Ertl, Köln

Bild 3: Der Neubau mit dem Landsberger Hof.
Foto: Brigida Gonzalez