Sabine Schormann übernimmt die documenta Kassel

Kassel. Nach spannungsreichen Monaten stellen die documenta und das Museum Fridericianum gGmbH die Weichen für die Zukunft. Sabine Schormann, derzeit zuständig für zwei große Kulturstiftungen in Norddeutschland, wird als Generaldirektorin die Schlüsselposition der Geschäftsführung besetzen.

Wie Kassels Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der documenta, Christian Geselle, betont, habe man mit Sabine Schormann eine kompetente Persönlichkeit gefunden, um der documenta eine solide Basis und neue Perspektive zu geben. „Es ist an der Zeit, nach vorne zu blicken. Am 18. Juni 2022 werden wir die documenta 15 in Kassel eröffnen. Zu jeder Zeit war es mein Anliegen, dass Kassel und die Welt positiv, bestärkt und mit großer Vorfreude auf unsere künftigen Weltkunstausstellungen blicken können“, so Geselle. Mit einer Interimsbesetzung der Geschäftsführung durch Wolfgang Orthmayr wurden die laufenden Geschäfte abgesichert. Er wird in enger Abstimmung mit Sabine Schormann bis zu ihrem Wechsel nach Kassel im Herbst dieses Jahres die Gesellschaft managen.

Schormann tritt die Leitung der documenta und der Museum Fridericianum gGmbH nach zuletzt 18 Jahren Erfahrung in der Doppelfunktion als Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung in Hannover an. Schormann entwickelte und profilierte beide Stiftungen zu ihrer heutigen Bedeutung. Zuvor etablierte Sabine Schormann den bundesweiten Tag des offenen Denkmals für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von 1996 bis 2000 hatte sie die Ausstellungsleitung für „Planet of Visions“ und „Das 21. Jahrhundert“ im Themenpark der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover inne.

Plattform für globalen künstlerischen Austausch

Die Weiterentwicklung der weltweit bedeutendsten Kunstausstellung documenta wird von Schormanns fachlicher Kompetenz, insbesondere im Kunst- und Museumsbereich, ihren innovativen Ansätzen, der Expertise im Management anspruchsvoller Institutionen und Großveranstaltungen sowie ihrer langen Erfahrung im Umgang mit künstlerischer Qualität profitieren. „Ich verstehe meine Rolle als ‚Ermöglicherin‘, das heißt, ich möchte der Kunst mit der documenta weiterhin größtmögliche Entfaltung und öffentliche Wahrnehmung zusichern, ohne dabei selbst künstlerisch einzugreifen“, formuliert Schormann. Eine ihrer ersten Aufgaben wird es sein, die Suche einer künstlerischen Leitung für die documenta 15 und für die Kunsthalle Fridericianum zu initiieren und zu begleiten. „Ich bin mir der Erwartungen und der großen Verantwortung bewusst – und freue mich auf diese anspruchsvolle Aufgabe.“ Außerdem wird Schormann den Prozess der Entwicklung des documenta-Instituts aktiv begleiten. Neben diesen Verantwortlichkeiten möchte sie weitere Akzente in Kassel setzen – auch und gerade zwischen den Ausstellungsjahren, um die documenta, die als Plattform für globalen künstlerischen Austausch steht, auch in ihrer lokalen Verantwortung und Verankerung herauszustellen. pk

 

BU

Sabine Schormann wird neue Geschäftsführerin der documenta Kassel.
Foto: documenta