„Nur nichts anbrennen lassen“ – Neupräsentation der Sammlung im Kunstmuseum Bonn

Bonn. „Nur nichts anbrennen lassen“, so lautet die Ausstellung, die ab dem 3. Juni im Kunstmuseum Bonn gezeigt wird. Im Zentrum steht die Neupräsentation der Sammlung.

Nach der großen Bestandsaufnahme der Malerei in der Ausstellung „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ lenkt das Kunstmuseum Bonn nun den Blick wieder auf die eigene Sammlung, die in ihren vielfältigen Aspekten neu präsentiert wird und Ankäufe und Schenkungen der letzten Jahre sowie Dauerleihgaben aus privaten Sammlungen (KiCo, Mondstudio, Scharpff-Striebich u.a.) einbezieht.

Die Neuhängung, die in 20 Räumen präsentiert wird, bildet dabei zugleich einen Resonanzraum für die zuvor in „Jetzt!“ gezeigten Positionen. Von Anfang an hat das Kunstmuseum die Malerei als Schwerpunkt seiner Sammlung der Gegenwartskunst definiert. Das Spektrum reicht vom Informel über Blinky Palermo, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz, Albert Oehlen, Jörg Immendorff, Herbert Brandl bis hin zu Pia Fries, Christopher Wool und Thomas Huber.

Neben einem Raum mit Bildern der 1980er Jahre, die die Malerei emphatisch revitalisiert haben, stehen aktuelle Projekte der Malerei, zum Beispiel von Tobias Pils. Aber auch die Bildmöglichkeiten der Fotografie werden diskutiert, mit Neuerwerbungen von Fotografien von Heidi Specker und Viktoria Binschtok, die zuvor in Einzelausstellungen des Museums zu sehen waren, mit Fotografien von Claudia Fährenkemper und einem umfassenden Konvolut von Arbeiten von Hartmut Neumann.

Als Schenkung erhielt das Museum Werke von Harald Naegeli, der in der Ausstellung nicht als Sprayer, so wurde der Schweizer berühmt, „sondern mit seinen Urwolken als Schöpfer utopischer Zeichenräume vorgestellt wird“, wie Kurator Volker Adolphs beim Presserundgang hervorhob. Im eigens eingerichteten Videozentrum ist der 2018 erworbene Film „Unheil“ von John Bock zu sehen, der ein Mittelalter voll verstörender Rituale erfindet. Bock inszeniert eine enge dörfliche Welt des Aberglaubens, in der eine Mutter ihr krankes Kind dem Wald opfern soll. Schwarze Erde spuckend kriecht aus dem Wald ein Schamane hervor, der der Mutter mit geheimnisvollen Handlungen helfen will und sie in halluzinatorische Zustände versetzt.

Eigene Räume sind Isa Genzken und Georg Herold gewidmet, zwei Künstlerinnen und Künstler, die sich jeder medialen und inhaltlichen Festlegung verweigern, Genzken, wie man sie kennt, souverän improvisatorisch. Demgegenüber Herold mit respektlosem Humor: Der bereits mit einer spektakulären Rauminstallation im Kunstmuseum gezeigte Georg Herold zeichnet mehr oder weniger für den Ausstellungs-Titel: „Nur nichts anbrennen lassen“ verantwortlich. pk

 

 

BUS:

Katinka Bock: Zarba Lonsa, Boudoir, 2015, Keramik, Stahl Kupfer.
Foto: Peter Köster

Herbert Brandl; Foto: Peter Köster

Baselitz-Wand;  Foto: Peter Köster

 

 

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