Kunstmuseum Bonn treibt Digitalisierung der Videosammlung voran

Von Peter Köster

Bonn. Die Digitalisierung der Videosammlung des Kunstmuseums schreitet voran. Nicht zuletzt ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Freunde des Kunstmuseums. Darüber freut sich vor allem Maximilian Rauschenbach, dessen Aufgabe es ist, die Digitalisierung der Videoarbeiten weiter voranzutreiben.

Rauschenbach (geb. 1987), der Kunstgeschichte, Philosophie und Filmwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Universität Leipzig studierte, war von 2017 bis 2019 als wissenschaftlicher Volontär im Kunstmuseum tätig. Bereits während seines Volontariats setzte er sich intensiv mit der Videosammlung auseinander. Nun hat er Dank der finanziellen Unterstützung durch den Freundeskreis des Kunstmuseums die Digitalisierung der Videoarbeiten übernommen. Die Freunde des Kunstmuseums haben sich die ideelle und materielle Unterstützung des Kunstmuseum Bonn auf ihre Fahnen geschrieben. Bereits seit 1985 unterstützt der Verein das Museum in vielfältiger Weise, unter anderem beim Ankauf neuer Werke und im Bereich der Kunstvermittlung oder wie jetzt durch Förderung der Digitalisierung des Videobestandes. 

Die Pioniere der Videokunst

Die Videosammlung des Kunstmuseum Bonn zählt mit 404 Arbeiten deutschlandweit zu den bedeutendsten ihrer Art. Dies gilt insbesondere für die Film- und Videokunst der 1960er und 1970er Jahre, die in Bonn in herausragender Breite und Qualität vertreten ist. Diese umfangreiche Sammlung ist nicht zuletzt der Kölner Galeristin und Mäzenin Ingrid Oppenheim zu verdanken, die dem Kunstmuseum 1989 rund 400 Werke von Pionieren der Videokunst vermacht hat. Die Schenkung umfasst neben international bekannten Positionen wie zum Beispiel Marina Abramovic, John Baldessari und Bruce Nauman auch Pioniere der rheinländischen Medienkunst. Dazu zählen unter anderem Klaus vom Bruch, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach und Katharina Sieverding.

Das Kunstmuseum Bonn ist quasi das Who is Who der Videokunst oder auch  Mekka der Videokunst, wie sich an der Videonale mit ihren 29 Arbeiten zeigt.   Dieser videonale Treff ist ein Eldorado für Videoenthusiasten. Da werden dann auch mal gerne mal mehrere Stunden für das Studium der Videos geopfert. Man benötigt in der Tat viel Zeit für die Wahrnehmung. Zudem vollen Einsatz von Augen, Ohren und nicht zu vergessen Sitzfleisch. Videos mal eben im Vorbeigehen mitzunehmen, wie es häufig bei anderen künstlerischen Formaten der Fall ist, ist hierbei nicht möglich. Fast 14 Stunden sollten locker eingeplant werden, vor allem, wenn es sich um einen Videoparcours handelt.

Was nun für die einen, die Videospezis, kein Thema darstellt, wird für die anderen, nämlich die nicht so Videoaffinen mitunter zu einer echten Herausforderung. Nicht jeder versteht auf Anhieb die Videoterminologie. Mit einem sogenannten Schlagwortverzeichnis will das Haus Hilfestellung geben, um damit über die mitunter manchmal komplexe Videowelt aufzuklären. Zusätzliche Hilfe bietet Videonovizen ein Workshop.

 

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Im Treppenrund freudig versammelt: Rolf Clement, Freunde des Kunstmuseum Bonn, Maximilian Rauschenbach, Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseum Bonn (vl). Foto: Peter Köster