H. O. Schmidt: Hommage a Mary Bauermeister

Vernissage des Remscheider (Aktions-)Künstlers in Solingen-Müngsten – Über 40-jährige Schaffensphase

Solingen/Remscheid. 2015 schuf H. O. Schmidt (59) ein kleines Werk mit weitreichender Ausstrahlung: Die UNESCO in Varanasi/ Indien erhielt von ihm das „Abbild“ seiner 7,50-Meter-Installation „Ladder to heaven“, Zweitwerke schuf er für den Vatikan und den Dalai Lama. Es folgten seine politisch motivierten Großwerke zum Jahr der Reformation und „100 Jahre Frauenwahlrecht“. „Luther – Punk seiner Zeit“ und „Mona Lisa in Burka“ im Bonner Frauenmuseum. Seine künstlerische DNA spiegeln jedoch ausdrucksstark seine figurativen Action-Paintings der letzten Jahre: „Fabulous forest – Greatings to America“ in 2018 und 2019 das beinahe fünfhundert Quadratmeter große Indoor-Werk „Notre Dame“. Das WDR-Fernsehen berichtete.

In seiner tiefschürfenden, künstlerischen Rastlosigkeit steht jetzt ein sehr besonderes Projekt an einem für ihn magischen Ort auf dem Plan: Die Hommage an wohl eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart: Mary Bauermeister (85). In dieser zusammen mit Peter Köster kuratierten Ausstellung versucht Schmidt aus seiner Wahrnehmung eine Reflektion der großen Künstlerin, Prä-Fluxus-Pionierin und Gartengestalterin, deren Lebensweg Persönlichkeiten wie Stockhausen, Beuys, Christo, Cage u. v. a. begleiteten. Er implementiert in den gezeigten, mehr als 20, teils großformatigen Werken seine Sichtweise auf die einzigartige Künstlerin. Er greift ihre Themen, Farben und Materialien auf, um dabei gleichzeitig einen respektvollen Abstand zu ihrem grandiosen Schaffen und Leben stets zu wahren.

Schmidt hat intensiv die Bauermeister-DNA inhaliert. Gleichwohl ist dies keine Adaption. Erst bei genauerem Studium seiner Arbeiten werden Nuancen sichtbar. H. O. Schmidt inszeniert in seiner Ausstellung die Urwüchsigkeit, die Struktur einer besonderen, für ihn magischen Natur und Kulturlandschaft. Der Künstler will Denkanstöße geben, so wie bei seinem raumgreifenden Objekt „Fantasiewesen – Leinenleier mit Rosenputz“. Die Arbeit folgt dabei seiner These eines zugrunde gelegten Wirkungskreises aus Empathie, Fantasie, Bionik, Wiederverwertung (nichts ist Abfall). Die Arbeit ist eine Anlehnung an Mary Bauermeisters „Weltkulturerbe“, ein Turm als Mahnmal, bestehend aus Elektroschrott und sonstigem Wohlstandsmüll. Aber wie gesagt, „nichts ist Abfall“. Dazu der Künstler: „Das Kunstwerk an sich reflektiert mit seiner Leichtigkeit und Fantasie das Ringen um einen erstrebenswerten „Null- (ökologischen) Fußabdruck“ eines jeden einzelnen.“ Es ist gleichzeitig Vorausschau auf seine Teilnahme am internationalen Projekt „Digitopia – das Leben in 100 Jahren“ und unterstreicht in den Augen des Künstlers die perspektivische Kraft Mary Bauermeisters.

Mit der Ausstellung am 28. August wird zugleich ein wichtiges Datum markiert. Am gleichen Tag ist der große Friedensmarsch in den USA geplant – und am 28. August 1963 fand der Friedensmarsch auf Washington und die legendäre Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King „I have a dream“ statt. Daran will Schmidts Arbeit „America“ (Untertitel 63/2020) erinnern, 250 x 150 cm, Acryl und Eisenspähne auf Canvas. Diese Arbeit, wie auch „Fabulous Forest“ (Acryl auf Canvas), hervorgetreten aus einem großen „Outdoor-Action-Painting“, bestehend aus fünf Einzelwerken in den Maßen 150 x 90 Zentimeter, weist Schmidt vor allem als politischen Künstler aus.

Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um ein symbolisches Eintrittsgeld zugunsten der integrativen Arbeit im Veranstaltungshaus gebeten. pk
Hommage a Mary Bauermeister. Freitag, 28. August, 18.30 Uhr, Haus Müngsten, Müngstener Brückenweg 71, 42659 Solingen.

Zahlreiche, kostenlose Parkplätze nahe des Veranstaltungshauses. Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Kontakt: officekoester@aol.com oder os.media@gmx.de

BU:
Dialog zwischen Mary Bauermeister und H.O. Schmidt.

 

 

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