Galerie Rosemarie Bassi zeigt künstlerisches Œuvre von Hendrina Krawinkel

Von Peter Köster

Remagen. Ein außergewöhnliches Leben hat seine Resonanz in einem breitgefächerten künstlerischen Œuvre gefunden. Im Rahmen von EUROPE ART NOW (Europäisches Kulturzentrum) zeigt die Galerie Rosemarie Bassi in Remagen bis zum 17. Juni eine umfassende Auswahl der in den letzten Jahren entstandenen Gemälde und Objekte der Künstlerin Hendrina Krawinkel,
darunter Paintings, Boxes, Collagen.

„All about me – The Jungle Of My Live“, lautet das Thema der Ausstellung, mit der Krawinkel ihr erstes Solo nicht nur in der Galerie Bassi sondern bundesweit bestreitet, konstatierte Galeristin Rosemarie Bassi bei der Eröffnung. Davor zeigte Hendrina Krawinkel im Rahmen der Ausstellung Work & Women, die 2016/17 im Frauenmuseum Bonn lief, die Installation „Madonna“. Schön schrill und laut, wie man damals erleben durfte. Die künstlerische Patenschaft für die Ausstellung übernahm die Kunsthistorikerin Renate Goldmann, die auch die mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Werkseinführung machte.

Atelier in Bergneustadt

Hendrina Krawinkel lebt und arbeitet in Bergneustadt. Dort betreibt die 75-Jährige in einer ehemaligen Kinderarztpraxis ihr Atelier. Wichtige Stationen ihres künstlerischen Werdegangs waren 1962/63 Besuch der Modeschule Guerre Lavingne, Paris, Designerausbildung Mal- und Bildhauerklasse, Montmatre Designerin für Carven, Roubaix, Paris 1963/64. Privaten Zeichenunterricht erhielt sie bei Daniel Hees und Theo Flecken, Köln. An der Universität Tübingen studierte sie 1984/85 Kunstgeschichte und wechselte 1986 an die Fachhochschule für Kunst und Design in Köln, wo sie bei Prof. Werner Schriefers studierte. 1989 besuchte sie die Europäische Akademie Trier und war Schülerin von Jochen Stenschke. 1990 nahm sie an einem Kolloquium bei Prof. Karl Marx teil und ein Jahr später war sie an der Internationalen Akademie Salzburg als Schülerin von Sandro Chia. Ebenfalls 1991 besuchte sie die Europäische Akademie Trier, wo sie Schülerin von Volker Altrichter war. 1998 belegte sie einen Bildhauerkurs in Trier. Sie ist beteiligt an Ausstellungen im In- und Ausland und in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Urwald wird als Bühne genutzt

Mit ihren häufig farbenprächtigen Kunstwerken möchte Hendrina Krawinkel, wie sie sagt, „Freude schenken, aber auch mahnen. Mahnen, dass Umwelt und Natur nicht unendlich belastbar sind, dass der Mensch sich das Leid der Tiere bewusst machen soll. Die Natur liegt mir sehr am Herzen, sie ist für mich gleichbedeutend mit Entspannung. Daher taucht sie in vielen meiner Werke auf“, so Krawinkel. Ihr künstlerischer Anspruch ist nicht die Genauigkeit der Darstellung, vielmehr liegt ihr Ziel im individuellen Ausdruck. Die Bilder entspringen ihrer Phantasie, die geprägt ist von Erlebnissen. Den Urwald benutzt sie als Bühne. „Er bedeutet mir Ursprünglichkeit, Vielfalt und Farbigkeit, Leben und Tod, Ordnung und Chaos“, sagt die Künstlerin. Mit farbiger Vehemenz wehre sie sich gegen die Zerstörung des Regenwaldes. Neben der Malerei und ihren Collagen widmet sich die Kunstschaffende seit einiger Zeit ihren Objektkästen. Krawinkel schafft kleine Universen hinter Glas, indem sie Abfall in Bauschaum einbettet. „Mit meinen Kreationen stelle ich in der heutigen Überflussgesellschaft das Weggeworfene in einen neuen Kontext und verleihe ihm einen anderen Sinn“, so die Künstlerin. Ob der weggeworfene und mit Farben getränkte weiße Arbeitskittel auch dazu gehört? Auf alle Fälle taucht dieser als Installation in der Ausstellung auf und lenkt unwillkürlich die Blicke auf sich. Am Sonntag, den 17. Juni um 16 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung ein Künstlergespräch statt.

Öffnungszeiten der Galerie Rosemarie Bassi: Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Telefon: 02642 994266

 

BUS:

Installation „Arbeitskittel und mehr“.
Foto: Peter Köster

Hendrina Krawinkel
Foto: Georg Divossen

Eines der Werke von Hendrina Krawinkel
Foto: Georg Divossen