Existenz des Frauen Museums gesichert – Bescherung Im Krausfeld 10

Bonn. Schöne Bescherung: Die Weihnachtsfeier im Frauen Museum (FM) nahm die Direktorin zum Anlass, die festlich gestimmte Gästeschar mit einer überraschenden Nachricht zu beglücken. Frei nach der Bibel: Sehet was ich Euch mitgebracht habe, verkündete Marianne Pitzen frohe Botschaft. „Das Frauenmuseum ist gerettet“. Da flammte Applaus auf an der weihnachtlich gedeckten Tafel.

Und sodann lieferte MP auch gleich die Erklärung nach. „Wir hatten überraschend Besuch von der Stadt Bonn und von unserem Kulturdezernten Martin Schumacher. Was wir kaum noch für möglich gehalten hatten, trat ein. Die Stadt und mithin der Kulturdezernent sind jetzt plötzlich auf unserer Seite. Wir können endlich das Haus übernehmen.“ Vor allem dieser Kurswechsel des Kulturdezernenten kommt für viele überraschend, war er es doch, der sich noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein vehement gegen einen Verbleib des  Frauenmuseums ausgesprochen hatte. Zeugnis davon liefern diverse Presseberichte, die das Archiv des FM beherbergt. Zur Erinnerung: Die frühere Stadtbaurätin Brigitte Denkel hatte im Jahr 1988 die Zweckbindung für das Haus im Bebauungsplan festgelegt, nahezu unveränderbar. Da steht geschrieben, dass Haus und Grundstück Im Krausfeld 10 nur für kulturelle und Begegnungszwecke benutzt werden dürfen, kein Kommerz also, daher uninteressant für Investoren, die, wie Marianne Pitzen es auf der Weihnachtsfeier so trefflich formulierte, „uns bis zum Bekanntwerden dieser Sache umzingelten.“

Aber dies alles scheint nun „Schnee von gestern“ zu sein. Fest steht und dies hat Marianne Pitzen in ihrer „Weihnachtsbotschaft“ besonders gern zum Ausdruck gebracht: „Im Juni kommenden Jahres können wir den Kaufvertrag unterzeichnen.“ Ein deutliches Zeichen hatten bereits zuvor die Grünen gesetzt, als sie bei ihrer Weihnachtsfeier im FM dem Hause volle Unterstützung signalisieirt hatten. Bereits dies fühlte sich für Marianne Pitzen und nicht zuletzt Ehemann Horst – sie leitet das Haus seit über 35 Jahren, er agiert ebenso lang als die „graue Eminenz“ im Hintergrund  – wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk an. Mit ihm und Valentine Rothe wurde die gGmbH  „Stiftung sichere Zukunft – Museum der Frauen – eine gemeinnützige Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ gegründet, die das Haus schlussendlich erwerben kann und seit neuestem, wird.    

Woher kommt plötzlich dieser städtische Sinneswandel ? Hängt es zusammen mit der Stimmung in dieser besonderen Jahresphase, in der besonders intensiv und nachhaltig ein friedvolles Miteinander reklamiert wird? Egal: Jedenfalls herrscht große Freude im Krausfeld 10 über diese ganz besondere Gabe unterm musealen Christbaum. In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!  

Peter Köster

 

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Bild 1: Marianne Pitzen hinter ihren Prachtgöttinnen.
Foto: Peter Köster

Bild 2: Da werden bei Horst Pitzen Erinnerungen wach, als er diese Linotype-Setzmaschine im Papiermuseum Düren sieht.
Foto: Peter Köster

Bild 3: Der Blick der Museumschefin ist klar nach vorne gerichtet.
Foto: Peter Köster