Energie für den Planetary Garden

Palermo. Ein Kreislauf mit unbestimmtem Ende: Der amerikanische Künstler Michael Wang stellt bis zum 4. November auf der Biennale Manifesta 12 in Palermo sein Projekt „The Drowned World” vor, in dem er den Zusammenhang von Natur, Leben und Technologie thematisiert.

Michael Wang wurde erst vor kurzem durch sein Projekt „Extinct in the Wild“ in der Prada Foundation bekannt. Sein Werk wird eine von fast 50 Positionen sein, die die Manifesta 12 in Palermo unter der Regie der vier Mediatoren ausgewählt hat. In einem alten, stillgelegten Gaswerk in der sizilianischen Hauptstadt befindet sich Wangs Installation. Der amerikanische Künstler, geb. 1981 in Orley, US, lebt und arbeitet in New York. Die Arbeit ist nach einer Novelle von J. G. Ballard aus dem Jahr 1962 benannt, einer apokalyptischen Zukunftsfantasie, in der die Erde durch den Klimawandel unbewohnbar geworden ist. Die Installation von Wang greift kritisch die Ursprünge und die Folgen der Industrialisierung auf.

Das Werk besteht aus zwei Elementen: „Zum Ursprung der Kohle“ stellt einen Wald aus der geologischen Periode des Karbon vor über 300 Millionen Jahren dar. Aus den Bäumen wird im Lauf der Jahrtausende Kohle, die die Menschen noch heute zur Energiegewinnung nutzen. Der Wald verdeutlicht so den Kreislauf der Energie, die von den Pflanzen einst aus der Luft genommen und über die Verbrennung der Kohle wieder in die Luft abgegeben wird.

Das zweite Element „Die Ersten werden die Letzten sein“ sind Salzwasser-Pools, die sich am Boden des Gaswerks befinden. Sie bieten einen Lebensraum für Mikroben, die sich von industriellem Müll ernähren. Industrielle Prozesse generieren Umwelten, in denen nur spezielle Lebensformen leben können – und archaische, die die älteste Lebensform der Welt darstellen. Menschen könnten dort nicht überleben. Beide Elemente nehmen den Kreislauf des Lebens, das Wechselspiel zwischen Natur und Technologie in den Fokus. pk

 

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Orto Botanico Palermo Atlas Photo Delfino Sisto legnani, courtesy OMA.