„Eisenzeit – Europa ohne Grenzen“ in der Eremitage in St. Petersburg

Berlin/St. Petersburg. „Eisenzeit – Europa ohne Grenzen“ heißt eine Ausstellung in der Eremitage in St. Petersburg. Die Schau dauert bis zum 28. Februar 2021. Rund 1600 Objekte aus dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und den drei russischen Partnermuseen geben einen Überblick über die Entwicklungen im 1. Jahrtausend v. Chr. Viele Objekte, die während oder unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus Berlin in die Sowjetunion verbracht wurden, werden in der Ausstellung erstmals wieder öffentlich zu sehen sein.

Die Ausstellung ist bereits die dritte in einer Reihe von Ausstellungen, in der kriegsbedingt verlagerte Objekte des Museums für Vor- und Frühgeschichte aus Deutschland wieder zu sehen sind; die beiden vorhergehenden behandelten die Merowingerzeit und die Bronzezeit. Sie ist ein Kooperationsprojekt der Staatlichen Eremitage St. Petersburg, des Staatlichen Historischen Museums (Moskau), des Staatlichen Museums der Bildenden Künste A.S. Puschkin (Moskau) und des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin und einer der Höhepunkte des laufenden Deutschlandjahres in Russland.
Hermann Parzinger, Präsident der SPK, erklärt: „Europa ohne Grenzen – der Untertitel der Ausstellung ist auch programmatisch für unsere Zusammenarbeit. Die Ausstellungskooperation wurde in enger Abstimmung partnerschaftlich entwickelt.“ Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien und Schirmherrin der Ausstellung: „Die Ausstellung ist ein weiterer ermutigender Schritt und auch ein wichtiger Impuls im Dialog über das für beide Seiten schwierige und schmerzhafte Thema der kriegsbedingten Kulturgutverlagerungen. Ich bin dankbar, dass kriegsbedingt aus Deutschland verbrachte Objekte nach vielen Jahrzehnten in ihrem Sammlungszusammenhang öffentlich gezeigt werden und über die Begleitpublikation auch wieder in den internationalen wissenschaftlichen Austausch zurückkehren.“ Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt: „Das Deutschlandjahr in Russland ermöglicht Begegnung zwischen den Menschen in unseren Ländern. Ungeachtet aller politischen Differenzen ist es gerade jetzt von Bedeutung, Austausch zwischen den Zivilgesellschaften zu fördern. Die Ausstellung „Eisenzeit – Europa ohne Grenzen“ verdeutlicht, wie elementar die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist. Das gilt umso mehr angesichts der aktuellen Pandemie.“

Mit rund 1600 Objekten zeichnet die Ausstellung ein umfassendes Bild der Eisenzeit, die das 1. Jahrtausend v. Chr. umspannt. Durch das Zusammenwirken der Museen ist die Bandbreite des präsentierten Materials einzigartig. Rund 750 Objekte stammen aus dem Vorkriegsbestand des Museums für Vor- und Frühgeschichte und befinden sich heute in Russland. Zahlreiche Objekte der Staatlichen Museen zu Berlin waren im Zweiten Weltkrieg von sogenannten Trophäenkommissionen in die Sowjetunion abtransportiert worden. Lange war nicht klar, ob die Objekte noch erhalten sind. Seit den neunziger Jahren zeigt sich nach und nach, welche Objekte der Berliner Museen sich heute in welchen russischen Museen befinden. Die kriegsbedingt verlagerten Objekte sind in der Ausstellung gemeinsam mit rund 250 Objekten aus dem heutigen Bestand des Museums für Vor- und Frühgeschichte zu sehen. So werden erstmals seit 80 Jahren Fundkomplexe wieder zusammengeführt. pk

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Bild1: Figurine eines Speerwerfers (Bronze). L. 7,5 cm; B. 7,0 cm; H. 25 cm. Ende 6.-Anfang 5. Jh. v.Chr. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Foto: Claudia Klein

Bild 2: Maskengürtelhaken (Bronze); © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Foto: C. Plamp

Bild 3: Maskenfibel (Bronze); L. 4 cm, B. 2 cm, H. 6 cm. 5. Jh. v. Chr, © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Foto: Claudia Klein

 

 

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