„100 jahre bauhaus im westen“ auf der ITB Berlin

Land NRW und Landschaftsverbände stellen NRW-weites Kulturprojekt vor / Prolog ab März / Auftaktsymposion September

Berlin/ Köln/ Münster. Im kommenden Jahr findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich am Jubiläum unter dem Titel „100 jahre bauhaus im westen“ mit Veranstaltungen und Ausstellungen.

Für Nordrhein-Westfalen hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft gemeinsam mit den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) die Projektkoordination übernommen. Schirmherrin von „100 jahre bauhaus im westen“ ist Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „Beim Stichwort ‚Bauhaus‘ denken viele zunächst an Dessau, Weimar und Berlin. Weniger bekannt ist, wie sehr die Bauhaus-Bewegung auch den Westen Deutschlands prägte und wie diese Einflüsse auf die Bauhaus-Zentren zurückwirkten,“ so die Ministerin.

Projekt erinnert an Weimarer Republik

Auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) Berlin, die noch bis zum 11. März andauert, stellen die drei Partner das hochkarätige Angebot in NRW mit rund 35 Ausstellungen, dem Internationalen Tanzfestival 2019, zahlreichen Veranstaltungen und mehreren Fachtagungen erstmalig vor. Für die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe ist „100 jahre bauhaus im westen“ ein Projekt, das auch 100 Jahre nach der Gründung vielfältige Bezüge zur Gegenwart bietet: „Im Sinne der Bauhaus-Idee, die Welt neu zu denken, verorten die NRW-Projekte das Bauhaus nicht nur in seinem kulturhistorischen, sondern auch in seinem sozial-, industrie- und politikgeschichtlichen Umfeld. „Dabei erinnert „100 jahre bauhaus im westen“ auch an die Gründung der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik 1919“, so Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege.

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin: „Die Verknüpfung von kunst- und kulturgeschichtlichen Themen mit historisch-politischen Themen ist Alleinstellungsmerkmal des NRW-Projektes im bundesweiten Vergleich, ebenso wie die enge Beziehung von Bauhaus und Industriekultur. ‚100 jahre bauhaus im westen‘ wird über Bekanntes hinaus viel Unbekanntes und Neues sichtbar machen. So werden nicht nur die großen Namen wie Albers, Itten, Mies oder Wagenfeld eine Rolle spielen, sondern auch bislang weniger prominente Bauhäuslerinnen und Bauhäusler.“

Erste Ausstellungen

Einen Vorgeschmack auf das Jubiläum bieten ab Frühjahr 2018 drei Ausstellungen, die das Schaffen des Architekten und Gestalters Peter Behrens anlässlich seines 150sten Geburtstags würdigen: Mit „Alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag“ ehrt das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln vom 17. März bis 1. Juli einen ausgesprochen vielseitigen Künstler, der als Architekt, Maler, Produktgestalter und Typograf tätig war und als Begründer des modernen Industriedesigns in Deutschland gilt.

Mit „Peter Behrens – Kunst und Technik“ folgt das LVR-Industriemuseum Peter-Behrens-Bau in Oberhausen ab dem 22. April und die Kunstmuseen Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum mit „Peter Behrens. Das Praktische und das Ideale“ ab dem 18. Mai. Den Auftakt zum Jubiläum macht ein Symposion unter dem Motto „Viel Neues im Westen“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen am 13. und 14. September. Ab dem 9. November widmet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster dem „Bauhaus und Amerika“ mit einer Ausstellung.
Es folgt ein Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Angebotsreigen mit zahlreichen Partnern wie der Architektenkammer NRW, dem Institut „Moderne im Rheinland“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf oder Tourismus NRW. Das Themenspektrum reicht dabei vom Kunstgewerbe zum Industriedesign, von Mode zu Fotografie, von neuen Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens, von neuen Medien zum Neuen Bauen, von der Sehnsucht nach demokratischem Aufbruch bis hin zu Flucht und Exil. Ab Juni wird die Webseite „bauhaus100-im-westen.de“ umfassend über aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen informieren.

Hintergrund

1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre, wirkt aber in vielfältigster Weise bis in die Gegenwart fort. „Die Welt neu denken“ – nicht mehr und nicht weniger schwebte Walter Gropius vor, als er 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar und damit eine der weltweit einflussreichsten Institutionen der Moderne weltweit gründete.

Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum ist ein bundesweites Kulturereignis mit internationaler Strahlkraft. Getragen wird es vom Bauhaus-Verbund 2019: Im Verbund arbeiten die drei sammlungsführenden Bauhaus-Institutionen, das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung Berlin, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Klassik Stiftung Weimar, der Bund, vertreten durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Kulturstiftung des Bundes (KSB) sowie elf Bundesländer in enger Abstimmung zusammen. pk

 

BU:

Präsentierten „100 jahre bauhaus im westen“ in der Culture Conference Lounge auf der ITB Berlin 2018: Tanja Pirsig-Marshall, stellv. Direktorin LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster; Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin; Heike Doll-König, Geschäftsführerin Tourismus NRW e.V.; Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege; Christiane Lange, Vorsitzende Projekt MIK e.V. Krefeld (v.l.n.r.).

Foto: Christine Ferreau