Alte Pinakothek zeigt „Florenz und seine Maler“

München. Nach längerem Umbau ist die Alte Pinakothek in München wieder geöffnet. Viereinhalb Jahre hat die energetische Sanierung des Hauses gedauert. Nun sind alle 13 Säle im Obergeschoss der Galerie wieder zugänglich. Die Alte Pinakothek, Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, startet direkt mit einer spektakulären Ausstellung: „Florenz und seine Maler – Von Giotto bis Leonardo Da Vinci“ lautet der Titel dieser Schau, die bis zum 27. Januar in den neuen Sonderausstellungsräumen gezeigt wird.

Annähernd 120 Meisterwerke

Mit annähernd 120 Meisterwerken präsentiert die Schau in exemplarischen Gegenüberstellungen von Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen die bahnbrechenden künstlerischen Innovationen am Geburtsort der Renaissance. Eine umfassende Auswahl herausragender Tafelbilder, die für die Kirchen oder Paläste der toskanischen Handelsmetropole geschaffen wurden, führt in das Zeitalter der Medici und zeigt die Entwicklung der neuzeitlichen Malerei von ihren Anfängen mit Giottos Wirken bis hin zu den Schöpfungen von Leonardo da Vinci.

Ideenwelt und Arbeitsweise

Die Ideenwelten und Arbeitsweisen der Künstler stehen im Fokus der Präsentation. Mit neuem Selbstbewusstsein erforschten sie die Wirklichkeit und suchten nach den Gesetzen von Harmonie und Schönheit. Sie zeichneten nach der Natur und studierten die Werke der Antike. Ehrgeizig setzten sich die Maler mit den Themen, Formen und Techniken ihres Schaffens auseinander. So gewannen sie nicht nur für profane Bilderzählungen und Porträts, sondern auch für die Bilder der privaten und kirchlichen Andacht eine nie dagewesene Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Ausstellung thematisiert die spezifischen Herausforderungen, denen die Künstler aufgrund der Vielzahl konkurrierender Werkstätten und mächtiger Mäzene begegneten, sie erörtert die ursprünglichen Bestimmungsorte und Funktionen der Werke und macht die Originale Dank zahlreicher internationaler Leihgaben – vor allem aus den großen Sammlungen in Florenz, London, New York, Washington, Wien und Berlin und den Höhepunkten des Münchner Bestandes so sehenswert. Zu den prominentesten Florentiner Malern, die in der Ausstellung vertreten sind, zählen u.a. Filippo Lippi, Antonio Pollaiuolo, Andrea del Verrocchio, Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci.

Gegenstand eines Forschungsprojekts

Hauptwerke der Florentiner Malerei, die Ludwig I. von Bayern in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts erwerben konnte, geben die Schwerpunkte der Präsentation vor. Sie waren zuletzt Gegenstand eines großen Forschungsprojekts, das die international bedeutende Sammlung Florentiner Malerei des 14. bis 16. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek grundlegend kunsthistorisch, restauratorisch und naturwissenschaftlich erschlossen hat. Auf dieser Grundlage werden in didaktisch aufbereiteten Dokumentationen auch jüngste Erkenntnisse der gemäldetechnologischen Forschung und zwei große Restaurierungsprojekte vorgestellt. Die Ausstellung eröffnet somit detaillierte Einblicke in die Arbeitsmethoden der Florentiner Maler und erläutert die engen Zusammenhänge von technischem und stilistischem Wandel. Begleitend wird in der Galerie nahezu der gesamte übrige Münchner Bestand an Malerei aus Florenz vom Spätmittelalter bis zur Hochrenaissance zugänglich gemacht, darunter viele zuvor in den Depots verborgene Werke, so dass auch die qualitative Bandbreite der künstlerischen Produktion sowie der sammlungshistorische Kontext zu erleben sind. pk

 

BUS:

Filippino Lippi, Bildnis eines jungen Mannes, um 1480/85
Holz 52,1 x 36,5 cm Washington, © Courtesy National Gallery of Art, Washington, Andrew W. Mellon Collection

Antonio Rossellino (Werkstatt), Bildnis des Cosimo de’ Medici, um 1460
Marmor Höhe 37 cm, Breite 33 cm, Tiefe 14,5 cm Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Skulpturen-sammlung und Museum für Byzantinische Kunst, SMB / Jörg P. Anders

Leonardo da Vinci, Studien zu einem Pferd, um 1480/81Metallstift auf farblos präpariertem Papier 11,2 x 19,6 cm Windsor Castle, The Royal Collection, HM Queen Elizabeth II © The Royal Collection